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Hier der Beo:

Beo (Bild: SWR)
 

Beo

 

Gracula religiosa

Manche dieser drolligen Vögel aus Südostasien sind richtige Sprachkünstler: Sie ahmen viele Geräusche nach und können sogar ganze Sätze nachsprechen.
 
Aussehen
 
Kopf eines Beos (Bild: SWR)
Beos gehören zur Familie der Stare, sind 26 bis 35 cm groß, besitzen ein grünlich-schwarzes Gefieder und tragen ein gelbes Band aus fleischigen Lappen an Kopf und Nacken.

Klauen und Schnabel sind gelb bis orangerot.

Männchen und Weibchen sind an äußeren Merkmalen kaum zu unterscheiden. Manche Forscher schreiben, dass die Augenringe der männlichen und weiblichen Beos verschieden gefärbt sind, andere glauben, dass die Farbe der Hautlappen am Kopf unterschiedlich intensiv ist - genau weiß das aber niemand.

Letztlich kann nur der Tierarzt mit einer komplizierten Untersuchung feststellen, ob ein Beo ein Männchen oder ein Weibchen ist.
 
Heimat
Beos sind in Südostasien zu Hause. Sie kommen zwischen Vorder-Indien, Sri Lanka und Indonesien bis nach Südchina vor.
 
Lebensraum
Beos bewohnen die tropischen Wälder ihrer Heimat Südostasien.
 
Rassen und Arten
Bei uns sind vor allem drei Unterarten des Beo bekannt: Der Kleine Beo (Gracula religiosa indica) wird bis zu 26 cm groß und lebt in Vorder-Indien und Sri Lanka. Der Mittelbeo (Gracula religiosa intermedia) wird etwa 30 cm groß und ist in Vorder-Indien, Hinter-Indien, Südthailand, Indochina, Südchina und Sri Lanka zu finden. Der dritte, der Große Beo (Gracula religiosa religiosa), ist bis zu 35 cm groß und kommt vor allem auf den indonesischen Inseln Bali, Borneo, Sumatra, Java und Sulawesi vor. In ihrer südostasiatischen Heimat leben noch weitere acht Unter-Arten des Beo.
 
Lebenserwartung
Beos können 15, manchmal sogar 20 Jahre alt werden.
Alltag
Beo (Bild: SWR)
 
Beos sehen vielleicht nicht so bunt aus wie Papageien, sind dafür aber sehr muntere und intelligente Vögel.

Einige von ihnen sind sogar wahre Sprachkünstler: Sie können viele Geräusche nachahmen und sogar ganze Sätze sprechen.
Allerdings weiß man beim Kauf nie, ob ein Beo zu diesen begabten Exemplaren gehört es gibt nämlich auch einige, die ihr ganzes Leben lang kein Wort sprechen.
 
Beos (Bild: SWR)
Beos sind sehr gesellige Vögel und dürfen niemals längere Zeit allein sein. Am besten hält man deshalb ein Paar oder eine kleine Gruppe.

In der Natur ziehen Beos in kleinen Schwärmen durch die Wälder, zur Brutzeit leben sie nur mit ihrem Partner zusammen.

Es ist aber nicht ganz einfach, mehrere Beos in Gefangenschaft zu halten, weil sie sich manchmal nicht miteinander vertragen. Manche Tiere sind auch so sehr an den Menschen gewöhnt, dass sie andere Beos als Partner oder Spielgefährten nicht mehr akzeptieren.

Beos brauchen viel Bewegung, sie dürfen also nicht die ganze Zeit im Käfig sitzen, sondern müssen frei herumfliegen dürfen. Die Wohnung ist dafür wenig geeignet. Da Beos viel weiches Futter fressen, setzen sie auch oft manchmal alle drei bis fünf Minuten kleine Häufchen ab; ganz egal, wo sie gerade herum hüpfen oder fliegen.

Außerdem sind Beos superneugierig und beim Freiflug ist nichts vor ihrem Schnabel sicher. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie einiges kaputt machen können, sondern auch, dass sie sich in Gefahr bringen, wenn sie zum Beispiel an elektrischen Leitungen knabbern oder die Steckdose untersuchen. Wie alle Vögel können sie auch keine Fensterscheiben erkennen, fliegen oft dagegen und verletzen sich dabei.
sitzender Beo (Bild: SWR)
 
Man muss auf Beos beim Freiflug also immer gut aufpassen. Wer sie längere Zeit beobachtet, kann an ihrem Verhalten erkennen, wie sich die Tiere fühlen: Ein Beo, der Angst hat, spreizt zum Beispiel seine Schwanzfedern, macht seinen Körper schlank, hält ihn waagerecht nach vorn gerichtet und gibt dann meist noch Warnlaute von sich.
Ist ein Beo neugierig und aufmerksam, hält er den Körper etwas aufgerichtet und neigt den Kopf abwechselnd zur Seite, um das, was ihn neugierig macht, besser beobachten zu können. Dabei dreht er den Kopf um bis zu 180 Grad.
 
krächzender  Beo  (Bild: SWR)
Beos, die auf sich aufmerksam machen wollen, geben fauchende Geräusche von sich und recken den Körper nach vorn. Halten sie bei diesem Laut den Körper angespannt, dann ist das eine Drohung und heißt: "Komm mir nicht zu nahe!"

Zum Angriff auf einen Gegner sind sie bereit, wenn sie die Flügel abspreizen, die Schwanzfedern zu einem Fächer aufstellen und sich mit Luft aufpumpen.

Vorher klappern sie mit dem Schnabel, um den Konkurrenten zu warnen. Richtig wohl fühlen sich Beos, wenn sie entspannt auf einer Sitzstange sitzen, ihr Gefieder putzen oder im Sand baden.
 
Nachwuchs
In Gefangenschaft pflanzen sich Beos nur ganz selten fort. Das kann daran liegen, dass bei uns meist von Menschen aufgezogene Beos leben, die nie gelernt haben, wie sie mit einem Beo-Partner zusammenleben und Junge aufziehen können.

Bei den wilden Beos werben die Männchen zur Brutzeit mit ihrem Gesang um ein Weibchen. Außerdem halten sie so Konkurrenten fern. Hat sich ein Beo-Paar gefunden, baut es aus Halmen, Blättern und Federn in Baumhöhlen ein Nest. Dort legt das Weibchen zwei bis drei hellblaue, bräunlich gepunktete Eier ab. Nach zwölf bis 14 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie sind schon nach vier Wochen flügge. Beide Partner brüten gemeinsam und ziehen die Jungen auch zusammen auf.
 
Sprache
Beos können extrem laut schreien - und zwar am liebsten am frühen Morgen und abends vor dem Schlafen. In einer Stadtwohnung können sie also richtige Nervensägen sein. Und auch tagsüber sind sie alles andere als leise. Wer keinen Ärger mit den Nachbarn will, sollte sich die Anschaffung eines Beo also gut überlegen.

Manche Beos ahmen Geräusche aus ihrer Umgebung nach oder sprechen sogar ganze Sätze. Allerdings kann man es ihnen nicht beibringen - entweder, sie tun es von selbst, oder sie lernen nie sprechen.
Ernährung
Fütterung der Beos (Bild: SWR)
 
Beos fressen viel Obst, aber auch Mehlwürmer oder Grillen. Es gibt auch Fertigfutter im Zoofachhandel, doch damit sollten Beos nicht ausschließlich gefüttert werden.

Trockenfutter muss vorher 15 Minuten in Wasser eingeweicht werden, damit die Beos es besser verdauen können.

Das Obst zerteilt man vor dem Füttern in kleine, schnabelgerechte Stücke. Das Futter sollte möglichst abwechselungsreich sein. Als Leckerbissen begehrt sind bei den Beos Rosinen - aber auch sie müssen vorher in Wasser eingeweicht werden.
 
Beokäfig (Bild: SWR)
Auf alle Fälle brauchen Beos eine Freiluftvoliere.

Zusätzlich benötigen die Tiere außerdem einen geschlossenen Schutzraum, in den sie sich jederzeit zurückziehen können - sei es, weil es zu heiß oder zu kalt ist oder weil sie Angst vor frei lebenden Tieren haben.
 
Haltung
Normale Beo-Käfige sind für die Tiere viel zu klein. Am besten hält man sie in einer geräumigen Voliere im Zimmer oder im Freien. Wichtig ist, dass in der Voliere eine Nisthöhle ist, da Beos sich zum Schlafen gerne an einen geschützten Platz zurückziehen. Die Voliere muss an einem Platz mit genügend Tageslicht stehen und auch genügend frische Luft bekommen. Ist der Platz zu dunkel, kann man mit einer speziellen Lampe, die dasselbe Licht ausstrahlt wie das natürliche Tageslicht, nachhelfen.

Steht die Voliere im Freien, muss sie gut vor Wind und Wetter sowie vor Tieren wie Katzen, Mardern oder Eulen geschützt sein, die die Beos sehr erschrecken können.
 
Pflegeplan
Beos sind kleine Schmutzfinken. Das ist in ihrem natürlich Lebensraum, dem Urwald, kein Problem. Volieren oder Käfige, in denen Beos leben, müssen aber sehr oft gereinigt werden, damit sich keine Krankheits-Keime ansiedeln können. Ist der Käfig sehr klein, kann das sogar mehrmals am Tag nötig sein. Wichtig ist deshalb, dass die Einstreu am Boden sehr viel Flüssigkeit aufsaugen kann.





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